Tagesarchiv: Mai 18, 2011

Lange Wochenenden sind schon was feines…

Wie versprochen hier also ein kurzer Artikel über einen Morgen im Mai, eine Hochzeit im April und eventuell noch ein kurzer Teil über eine Stadt mit einem Drachen.

Fangen wir aber chronologisch an. Wie eventuell mitbekommen, fand im April die Hochzeit vom bald-König statt. Dem Spektakel auf der Insel zu entgehen, schien erdenklich schwierig. Seit etwa Februar, gefühlt allerdings viel viel länger, schmückten diverse memorabilia die Schaufenster der meisten Läden, seien es Teller, Tassen, Töpfe, Bücher, Kissen, Küchentücher, Brotkästen, Kaffee, Tee, Karten, Poster, Filme, Magneten, grosse Fahnen, kleine Fahnen, mittel grosse Fahnen und so weiter, die Liste lässt sich unendlich fortsetzen.

Das wahre Gute an dem Ganzen, war natürlich der freie Freitag. Damit man als guter Insel Bewohner auch die Gelegenheit hat, das Spekatakel am Fernseher zu verfolgen oder sich gar in die Masse von Touristen zu stürzen um dem happy couple einmal zuwinken zu dürfen (oder so ähnlich). Auf einen Trip nach London hab ich dann verzichtet und bin statt dessen zu Freunden für Frühstück und Fernseher gegangen.

Die BBC hat ihre Berichterstatting pünktlich um 8 (oder war es 6?) angefangen und was ich so von Kollegen mitbekommen habe, waren einige auch von Anfang an live dabei. Ich hab mich mit einer Zusammenfassung des bis dahin Geschehenen (oder nicht Geschehenen) gegen 10 zufrieden gegeben und bin dann in Richtung brunch geradelt, vorbei an ein paar offenen Pubs & Cafés, die special viewing parties hatten, generell waren die Strassen recht leer.

Die eigentliche Zeremonie war dann ja doch zum Glück etwas flotter und hängengeblieben ist der erste Satz vom Bischof von Canterbury (eventuell wars auch wer anders), der da meinte: “Let’s set this room on fire”. Natürlich hier absolut aus dem Kontext der Ansprache genommen. Nach Zeremonie und Parade vorbei an Touristen, war dann auch unser brunch beendet; der Start in ein weiteres langes Wochenende war gelungen. Als Abschluss, gibt’s hier noch ein kurzes, zusammenfassendes Video der BBC, dass eigentlich alles zeigt, dabei aber nur drei Minuten lang ist (hätte mal darauf warten sollen ;) ).

Wie oben angedeutet, war das letzte Aprilwochenende ein langes. Durch die Hochzeit am Freitag und 1. Mai am Sonntag, führte das Ganze zu einem vier-tägigem Kurzurlaub. Hier sollte vielleicht kurz erwähnt werden, dass bei Feiertagen, die auf ein Wochenende fallen, automatisch der folgende Montag frei ist, quasi um tatsächlich was von dem Anlass zu haben. In diesem Fall war also der 2. Mai auch frei. Wie in Deutschland der Maibaum und der Tanz in den Mai, ist es in Oxford Tradition den ersten Maimorgen mit einem Chor zu begrüssen. Das Gesinge fängt um 6 an und findet auf dem Turm vom Magdalen College statt. Neben dem college ist eine Brücke, mehr oder weniger der einzige Weg in die Altstadt. Hier standen wir also auch am 1. Mai um 5:45 in einer Menge aus bunt-gemischten Leuten in verschiedenen Stadien zwischen sternhagelvoll und total nüchtern.

Kurz angemerkt, Tradition war es auch für einige Zeit während des Gesinges von der Brücke zu springen. Wie sich vielleicht einige denken, fand das meist von nicht ganz nüchternen Personen statt, des weiteren ist der Fluss unter der Bruecke an der tiefsten Stelle etwa hüft-tief. Es kam also zu einigen Verletzungen, was dazu führte, dass die Brücke für mehrere Stunden vor und nach Gesinge geperrt wurde. Aufmerksame Leser werden sich nun erinnern, dass wir auf der Brücken standen, denn nach Jahren der Sperrung war sie dieses Jahr ausnahmsweise mal offen. Ist auch recht praktisch, denn nach dem Gesinge ist in der Altstadt ziemlich viel an anderen Sachen los und dort sind auch die meisten Cafés für ein deftiges english breakfast.

Zum Abschluss gibt es noch eine kurze Erzählung von einer Stadt mit einem Drachen, eigentlich ist es ein Land mit einem Drachen, aber egal. Es geht hier um Wales und Cardiff im speziellen. Das Wochenende bot eine gute Gelegenheit, mal was Neues zu sehen. In diesem Fall Cardiff, Hauptstadt Wales an einer Bucht gelegen und demnach am Wasser. Bei Hauptstadt denkt man sich, mensch da ist sicher was los. Dem war dann leider nicht so. Es gibt ne Burg, ne shopping meile, und ne kleine Fressmeile an der Bucht. Aber das wars dann leider auch schon. Da wir feste Züge gebucht hatten, kenne ich nun eine Menge Cafés in Cardiff. Wer unbedingt mal hin möchte, dem empfehle ich flexible tickets oder am besten nur eine Durchreise auf dem Weg nach Pembrokeshire.