…hier ist er also, mein lang angekündigter und oft verdrängter Post zu meinem kurzen Irlandurlaub, der mittlerweile auch schon wieder etwas länger her ist. Aber ich erinnere mich noch als wär es gestern gewesen…(an dieser Stelle bitte gedanklich so ein verwelltes Bild einfügen, wie in schlechten Filmen, danke)
Es war der 3. Juni und morgens ganz früh (oder nachts) ging es mit dem Zug nach Glasgow zum Flughafen. Natürlich hatte ryanair Verspätung aber das ist ja normal. Nach gefühlten zwanzig Minuten Flug (einmal hoch, dann wieder runter…aber mit vollem Saft-schubs-Programm) landete ich dann in Dublin. Meine beiden Miturlauberinnen sollte ich dann am Flughafen treffen, die beiden kamen aus Leeds geflogen. Nach drei Stunden waren wir dann komplett. Ich kenn mich jetzt sehr gut am Dubliner Flughafen aus
Dann kam auch gleich das erste Abenteuer, unser Mietwagen…mit Steuer auf rechts, also mit Linksrumfahrn. Ich denk ihr seht, wohin das führt. Ganz mutig sind wir dann los, unser Ziel lautete Kilkenny (weckt Erinnerungen ans Shamrock
) Die Streck ist vom Flughafen gar nicht so weit. Dazu sollte man vielleicht sagen, dass so ziemlich jeder zweite Ort in dem Gebiet mit ‘Kil’ anfängt und dann sämtliche Buchstaben des Alphabets verwurschtelt und eine erfolgreiche Richtungsangabe an der unterschiedlichen Aussprache der Mitreisenden scheitert.
Über einige Umwege sind wir dann doch noch in Kilkenny angekommen. Und haben sogar den campingplatz gefunden (hab ich gesagt, dass wir gezeltet haben? Wir haben gezeltet) Naja, also Zelt aufgebaut. Drei Personen für ein zwei Personen Zelt. Als Geisteswissenschaftler kann man denken, dass könnte passen. Jeder prakisch veranlagte Mensch, hätte ohne groß zu zucken gesagt, dass das nicht passt. Haben wir dann auch gemerkt und uns noch ein Zelt beschafft.
Hab ich erwähnt, dass es nicht so brülle heiß war? Nein? Dann muss ichs nochmal kurz anschneiden. Es war hammer kalt nachts. Ich dachte mir friert alles ab und/oder ein.
Aber trotzdem haben wir die Nacht überlebt und wurde am Morgen von einem wunderschönen Regen geweckt. Eigentlich wollten wir uns noch schön die Stadt angucken, was aufgrund des furchtbaren Regens aber ins Wasser gefallen ist (no pun intended). Hab deshalb leider keine Bilder von Kilkenny, weil wir am Abend vorher auch nur kurz was essen waren.
Unser nächstes Ziel war Cork. Kennt man vielleicht. Und wider Erwarten war es sonnig. Sehr schön warm sogar. Also haben wir da fleißig den Touristen raushängen lassen und sind erstmal durch die “Rotlichtstraße” ins Zentrum gelaufen. Hat mir als Stadt ganz gut gefallen, war allerdings etwas chaotisch verkehrstechnisch.
Geschlafen haben wir dann in dem wunderbaren verschlafenen Ort Blarney, mit einem Pub, wo man auch jeden Einwohner trifft. In Blarney ist dann auch das Blarney Castle, mit seinem Stone of Eloquence. Natürlich sind wir auch da rein. Die Legende besagt (hier bitte stimmungsvolle Musik denken) dass wer den Stein küsst, in jeder Situation redegewandt ist. Was allerdings nicht so an die große Glocke gehangen wird, ist das der Stein auf dem Burgturm ist und man sich über einen etwa 35 m Abgrund hängen muss, um an den blöden Stein zu kommen.
Aber dafür gitb es ja geschäftstüchtige Iren, die einen festhalten und auch gleich ein Bild machen und das für 10€ verkaufen. Natürlich musst ich das auch ausprobieren. Vor lauter Aufregung hät ich fast meine Brille aufgelassen, die wär garantiert in den Burggraben gefallen und ich hät den Rest der Reise nur noch erahnen können. Na auf jeden Fall hab ich den Stein geküsst und kann nicht behaupten, dass sich irgendwas verändert hat. Und ein bissel eklig wars auch schon, wer weiß wer da schon alles gegengeküsst hat. Mag man gar nicht dran denken…
Als nächstes ging es zum Ring of Kerry. Eine Rundstraße auf der Kerry Habinsel. Einfach wunderschön, mit verschiedensten Vegetationen. Und auf halber Strecke steht man am Atlantik und wenn man ganz doll die Augen zukneift kann man Amerika sehn.
Über ein paar andere kleine Dörfer und den Burren Nationalpark ging es dann nach Galway. Die Stadt hat mir von allen am besten gefallen. Sehr quirrlig und lebendig und mit vielen tollen pubs. Bevor wir in Galway ankamen, mussten wir allerdings noch an den Cliffs of Moher stoppen. Sehr imposant, diese Klippen, haben ein bisschen was von Helgoland. Und natürlich zeigen sich auch hier wieder die geschäftüchtigen Iren. In den Fels waren gleich mehrere gift shops gehauen und natürlich auch das obligatorische visitor centre.
Nach Galway, wo es auch lekker Guiness gab, machten wir uns auf nach Belfast. Was im Nachhinein, eine nicht so tolle Idee war, weil die Strecke einfach zu weit war und es noch so viel im Südwesten zu gucken gab. Aber egal, also Belfast. Bis vor ein paar Jahren noch genauso sicher wie Bagdad. Aber seit 2004 ist “Frieden”. Der 5 Meter hohe Zaun, der mitten durch die Gärten von Katholiken und Protestanten geht, scheint da aber eine andere Geschichte zu erzählen.
Belfast war auf jeden Fall interessant, schon allein wegen der noch jungen turbulenten Geschichte. Um Regierungsgebäude stehen noch immer die Autobombenschutzzäune und dann gibt es auch noch die ‘political murals’, die an die Helden der jeweiligen Seite erinnern. Auf der katholischen Straße ist dann auch eine Gedenkstätte für getöte IRA Aktivisten, während auf der Parallelstraße (protestantisch) an deren Opfer erinnert wird. Alles in allem war es eine recht surreale Erfahrung, aber auf jeden Fall spannend und sehenswerte.
Von Belfast ging es auch schon wieder Richtung Dublin und ans Ende unserer Tour. Einen Zwischnestopp haben wir noch an Brú na Bóinne gemacht, dem Tal der Könige in Irland. Brú na Bóinne sind drei große und mehrere kleine Steinzeitliche Grabstätten. Die prominenteste ist Newgrange und auch die beeindruckenste. Wenn man bedenkt wie alt das Ganze schon ist und wie genial gebaut, dann ist das schon irre.
Und nebenbei war die Besichtigung auch noch spotbillig. 4.50€ für eine drei Stunden Tour zu allen Anlagen, das ist schon fast geschenkt im Vergleich zu anderen Sachen. Nach den Gräbern ging es in die pulsierende Stadt Dublin, das Herz Irlands. Wir verabschiedeten uns schweren Herzens von unserem treuen Gefährt und machten uns dann auf so schnell wie möglich so viel wie möglich zu sehen, da es am nächsten tag ja schon wieder auf die andere Insel ging.
Mein Flieger ging erst später wieder zurück, hatte also noch etwas mehr Zeit. Natürlich hab ich die dann auch sinnvoll genutzt und bin ins Guiness Storehouse gegangen. Praktisch das Guiness Museum. Dort verfolgt man über mehrere Etagen wie Guiness gebraut wird und was alles dahintersteckt. War super interessant und das lag nicht nur am komplementären Pint am Ende der Tour. Wobei ich sagen muss, es war noch vor 12h und ein Pint sind 568 ml. Und dann hat Guiness ja auch noch ne bissel Alkohol.
Naja, ich bin dann wieder Richtung Hostel getorkelt um mein Gepäck zu holen. Bin aber davon überzeugt, dass es keine Neuigkeit ist, Leute aus dem Storehouse schwanken zu sehen…jedenfalls hab ich mir das eingeredet.
Damit war mein Urlaub auch schon vorbei und es ging wieder zurück nach Edinburgh, diesmal ohne Verspätung.
Und wer es bis hier unten geschafft hat, der darf bei Interesse auch noch Bilder gucken.
There you go—>®<—There you go
Juli 25, 2008 at 10:06 Uhr vormittags
cooool!
Tolle Fodddos und Bericht!
Hab auch alles gelesen und hast mir meinen Freitagmorgen versüßt, merci!
Juli 30, 2008 at 9:16 Uhr vormittags
Hahahahahaha. Ich kringel mich. Bilder schau ich, wenn ich mir die Lachtränchen aus dem Augenwinkel gewischt hab.