…so oder so ähnlich geht sie los. Die national anthem der Vereinigten Staaten.
Hab ich leider (oder zum Glück) auf meinem Trip durch die US of A nur einmal gehört. Dafür hatte das auch den totalen Kitschfaktor. Man stelle sich das Capitol in Washington in orangener Abendsonne vor, davor die präsidiale Blechbläserkapelle der Navy und dann drei, vier Dutzend fahnentreue Amerikaner. Hach, war das schön….
Aber das ist ja schon fast das Ende meiner Reise gewesen. Millionen Leser fragen jetzt sicher, ist davor nix passiert? Ich kann euch beruhigen, das war nicht mein einziges Highlight.
Der ganze Trip startete am 13.06. nachdem ich endlich meine wunderbare Bachelor-Arbeit abgegeben hatte. Von Zürich gings nach New York, neben einem netten schweizer Ehepaar, die es irgendwie für nötig erachteten mir ihre weitere Reiseplanung kundzutun. War auch so semi-spannend da zuzuhören.
Egal…New York…viel besser. Nach gefühlten 8 Stunden Flug (es waren tatsächlich 9, hah) wurde ich nett am airport empfangen. Danke dafür Kathrin
Und dann New York…boah so toll…auch wenn ich schon mal da war…immer wieder schön und laut und stinkend aber einfach nur toll. Bevor ich dann komplett nicht mehr ansprechbar bin und nur noch von der greatness that is new york schwärme lasse ich das. Noch kurz rekapitulierend, ich war/bin schwer begeistert von New York. Auch wenn ich einen Aufenthalt von mehr als vier Tagen am Stück für nicht empfehlenswert erachte.
Egal, auf jeden Fall standen die typischen Touri-Attraktionen auf dem Programm: Central Park, Times Square, Top of the Rock etc. Was man halt so als guter Tourist so macht.
Nächster Stopp war dann auch schon Boston…die Wiege der Unabhängigkeit oder sowas in die Richtung. Das Ganze war dann auch etwas beschaulicher als NY.
Aber auch ganz charmant. Nachdem ich ewig und zwei Tage gebraucht habe um vom Bahnhof zu meinem Hostel zu kommen, war ich dann auch abends endlich im Stadtzentrum, wo mich eine aufgebrachte Menge grüngekleideter Iraner euphorisch empfing. Das war etwas unheimlicher, weiß man ja auch nicht was die da so rufen. Aber war dann doch recht friedlich.
Am nächsten Tag hab ich dann auch mein Tagespensum an sightseeing absolviert und hab mir so ziemlich alles in Boston erlaufen was man sich so erlaufen kann. Also halt den Freedom Trail einmal rauf und mitm Boot wieder runter. Am Abend gings dann vom Hostel aus zu einer open-mic comedy night. Vier Comedians sind aufgetreten…zwei waren so unterste Schublade, dafür war der letzte ganz passabel und der Eintritt umsonst. Was will man mehr.
Nach ein paar Stunden Schlaf ging dann auch schon der Zug nach Salem – Hexenverbrennungshochburg im 17. Jhdt und Touristenfalle im 21. Jhdt. War ein bisschen für’n Arsch. Es gibt zwar das Witch Museum, Witch House, Witch Dungeon, Witch Memorial, Witch Coffee Place und Hokus Pokus Tours aber trotz allem ist der Ort tot. War ansatzweise enttäuscht, weil ich mir auch etwas mehr versprochen hab. Naja muss auch was ned so pralles geben.
Aus Frust bin ich dann noch nach Harvard gefahren. Nur um aus der U-Bahn zu steigen und gleich von zuckergeschädigten koffeinsüchtigen Studenten angesprungen zu werden. Mir wurde dann auch mehr oder weniger eine Tour aufgeschwatzt (zum Glück umsonst) zu den Highlight des Campus. Mit so lustigen Stopps wie hier wird im November groß getrinklagelt und dort im Mai. Nebenbei gabs auch ein paar nutzlose Fakten
Nächster Tag, nächste Uni diesmal Yale. Ich sag nicht viel, es hat den ganzen Tag in Strömen gegossen und irgendwie sah es ein wenig aus wie in Oxford…alles in allem very british. Dafür war das spanische Essen am Abend sehr geil…die churros…hmm…bekomm grad etwas hunger…
Ok, wo war ich noch?? Ach ja Toronto. Auch nett. Ziemlich überschaubar und irgendwie war ich da auch nicht so aufnahmefähig. Nach einer schlaflosen Nacht im Bus, wollte ich nur noch liegen und vielleicht kurz duschen. Nur leider darf man erst ab 14h ins Hostel einchecken. Hab ich erwähnt das ich um 8h da war? Sollte vielleicht erwähnt werden. Also hab ich dann im halbwachen Zustand mein Programm erledigt. Heißt den CN Tower hoch. Angeblich das höchste freistehende Gebäude der Welt, ich lass das mal so stehen. Es war auf jeden Fall hoch. Auch ganz sehenswert ist die Casa Lomo, eine Art Burg mitten in der Stadt die Anfang des 20. Jhdt gebaut wurde. Zeigt so ein bisschen den Drang auch mal was „altes“ zu haben. War ganz nett anzugucken und hat einen schönen Garten.
Ansonsten sind natürlich noch die Niagara Fälle in näherer Umgebung. Ich habs mir auch nicht nehmen lassen, da mal kurz vorbeizuschauen. Muss gestehen, dass ich erst etwas enttäuscht war. Da ich mitm Bus gekommen bin, musste ich etwa 30 min zu den eigentlichen Fällen laufen. Dabei führte mich mein Weg vorbei an diversen Motels, Casinos und anderen Bespassungsanlagen. Hab ehrlich gesagt mit ein bisschen mehr Natur gerechnet aber das war wohl zuviel verlangt.
Naja, die Fälle sind auf jeden Fall imposant. Vor allem wenn man mitm Boot direkt ranfährt. Zum einen wird man ziemlich naß (wobei es so peinliche Müllbeutel-Ponchos gibt) und zum anderen sieht man außer Dunst nicht viel. Auch wenn die Maid of the Mist Tour schon arg touristisch ist, lohnt sich das dann doch…und wenn man schon mal da ist. An dem Tag hab ich mir dann auch einen ganz peinlichen Sonnenbrand zugezogen. Ich empfehle niemandem mit Umhängetasche länger in der Sonne unterwegs zu sein, es sei denn man hat Stoff unter dem Gurt der Tasche.
Kommen wir nun zum letzten Stopp meines Urlaubs und dann entlass ich euch in die große Pause
Es handelt sich hierbei um die Hauptstadt, das DC unter den Washingtons. Wie oben schon angemerkt, wurde ich dort Zeuge der musikalischen Fähigkeiten der Navy Blechbläser.
Ein bisschen schockiert war ich von den unzählbaren Mengen amerikanischer Fähnchen. Überall wo geht…und dabei war kein besonderer Anlass. Der overkill wurde dann auch nur noch durch die zahllosen Veteranen an den diversen Kriegsmemorials getoppt. Es ist ja schön und gut wenn man in einem Kireg aktiv war, aber muss man sich dann noch immer auf die Schulter klopfen lassen und so Shirts anhaben wo draufsteht: „If you can read this, thank a teacher. If you can read this in English, thank a veteran.“ Als hätte Vietnam gedroht Amerika zu annektieren. Wahrscheinlich versteh ich diesen Patriotismus nur einfach nicht.
Abgesehen von den vielen Fähnchen und Veteranen (die wohl auch dazu gehören) bin ich sehr begeistert von Washington. Natürlich hatte ich viel zu wenig Zeit um alles zu sehn. Wär auch gern noch länger und ausgiebiger ins Smithsonian Museum gegangen aber irgendwann gehts beim besten Willen nicht mehr. Nachdem ich mich schon ca. zwei Stunden durchs Holocaust Memorial hab schubsen lassen, war eine Pause von Museen von Nöten. Deshalb auch die Erholungsphase am Capitol, mit Musik und Sonnenuntergang und Starbucks Coffee.
So länger will ich euch auch gar nicht aufhalten. Ich denke, dass reicht für einen kleinen Eindruck meines Trips. Und da Bilder ja bekanntlich mehr sagen als Worte, hier ein paar (oder auch viele) Bilder:
